Im Sommer dieses Jahres, genauer gesagt am 16. Juli 2009, feiert die deutsche Automarke Audi ihren 100. Geburtstag. An diesem Tag vor genau einem Jahrhundert gründete der Deutsche August Horch die „August Horch Automobilwerke GmbH“, deren Name er ein Jahr später in „Audi Automobilwerke GmbH“ umbenennen musste. „Audi“ ist dabei ein Wortspiel und die lateinische Übersetzung vom Nachnamen des Gründers. Nach finanziellen Schwierigkeiten wurde Audi 1928 von der DKW in Chemnitz übernommen.

Vier Jahre später schlossen sich die DKW, Audi, Horch und Wanderer zur „Auto-Union“ zusammen. Das Logo bildeten vier ineinander verankerte Ringe, welches bis zum heutigen Tag das Markenzeichen Audis ist. Bis zum Zweiten Weltkrieg ließ der Umsatz von Audi jedoch zu Wünschen übrig. Der gesamte Anteil an der deutschen Automobilproduktion in Deutschland betrug im Jahr 1938 gerade einmal 0,1%. Nach dem Krieg wurde die Marke „Audi“ vollständig aufgelöst und in einen VEB umgewandelt. In Westdeutschland kam es in Ingolstadt zur Neugründung der Auto-Union GmbH, die 1957 von Daimler-Benz AG und später von der Volkswagen AG übernommen wurde. VW war auch verantwortlich für den ersten Nachkriegs-Audi im Jahr 1965.

Durch den Audi 100 drei Jahre später wurde die Marke wieder präsenter im deutschen Alltag. 1971 begann eine der erfolgreichsten Werbekampagnen Deutschlands. Mit dem weltberühmten Slogan „Vorsprung durch Technik“ warb Audi für den Audi NSU Ro 80 und war erfolgreich. Der Slogan war noch erfolgreicher und wurde auch auf dem englischsprachigen Markt eingesetzt, wo er schnell Kult wurde. Selbst Rockbands wie Blur oder U2 zitierten den Slogan in Songs. Er beschrieb eindrucksvoll das Verlangen des Konsumenten nach „deutscher Perfektion“. Und ist auch heute noch, 38 Jahre nach Erscheinen, der Werbeslogan. Heutzutage gilt Audi mit Seat und Lamborghini als sportlich orientierte Warengruppe innerhalb der VW AG. Vor allem der Audi TT, der erstmals 1998 erschien, festigte Audis Status als Sportcoupéhersteller. Audis größte technsiche Innovation ist sicherlich bis heute der „quattro-Antrieb“, wo die Motorkraft auf alle vier Räder verteilt wird (Allradantrieb).

Mit dem dazugehörigen Auto „Audi quattro“ aus dem Jahr 1980 schuf man nebenbei eines der erfolgreichsten Modelle überhaupt. Aber nicht nur im privaten Bereich sondern auch im Rennsport war und ist Audi aktiv. Ob es um die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft oder um das 24-Stunden-Rennen von Le Mans geht: Audi ist dabei und nimmt generell die vordersten Plätze ein. Erst im Jahr 2008 gewann Audi mit Rinaldo Capello wieder einmal die 24 Stunden von Le Mans. Und nicht nur das: Mit Allan McNish als Zweiten und Tom Kristensen als Dritten war das komplette Podium in Audi-Hand. Ein Erfolg der für sich spricht.

Im Februar 2009 findet in Ingolstadt, der Hauptzentrale des Unternehmens, anlässlich des – eher grob gerechneten – 100-jährigen Bestehens eine Ausstellung mit dem Namen „Treffen der Generationen – Effizienz im Wandel der Zeit“ statt. Gezeigt werden zwölf Fahrzeuge aus allen Dekaden Audis. Vom 1919er Modell „Slaby Beringer“ bis hin zum 2006er Rennwagen „Audi R10 Le Mans“, der logischerweise in Le Mans zum Einsatz kam: Die Ausstellung ist vielseitig und interessant. Bis zum letzten Tag im Februar dauert die Ausstellung an, bevor im März das eigentliche Fest beginnt. Mit „100 Jahre Audi“ wird der Marke dann in ganz großer Manier gehuldigt.